Stufenreibahle und Stufenbohrer: Was ist der Unterschied?
Stufenreibahle oder Stufenbohrer: Was ist der Unterschied?

Bei Zerspanung und Bohren sind Präzision und Effizienz entscheidend. Beim Aufweiten oder Herstellen von Stufenbohrungen kommen häufig zwei Werkzeuge in Betracht: Stufenreibahlen und Stufenbohrer. Obwohl sie auf den ersten Blick ähnlich erscheinen, haben sie unterschiedliche Aufgaben und Anwendungen. Wenn Sie den Unterschied zwischen Stufenreibahlen und Stufenbohrern verstehen möchten, sind Sie hier richtig. In diesem Artikel betrachten wir die Werkzeuge, ihre Funktionen und die jeweiligen Einsatzgebiete genauer.
Was ist der Unterschied zwischen einer Stufenreibahle und einem Stufenbohrer?
- Stufenreibahle:
Funktion und Zweck: Eine Stufenreibahle ist ein Zerspanungswerkzeug, das vorbereitete Stufenbohrungen auf die vorgegebenen Durchmesser fertigbearbeitet. Sie kann auch Kegelsenkungen oder Fasen herstellen, sofern sie für diese Arbeitsgänge ausgelegte Schneiden besitzt; dies gehört nicht grundsätzlich zu den Fähigkeiten jeder Stufenreibahle.
Aufbau und Merkmale: Eine Stufenreibahle hat getrennte Schneidendurchmesser und axiale Stufenlängen, die zum geforderten Bohrungsprofil passen. Jeder Reibabschnitt trägt sein vorgegebenes Aufmaß aus einer vorbereiteten Bohrung ab. Sie darf nicht mit einer Kegelreibahle oder einem universellen Blechstufenbohrer verwechselt werden.
Anwendungsgebiete: Stufenreibahlen werden vor allem eingesetzt, wenn präzise Durchmesserübergänge in vorhandenen Bohrungen erforderlich sind. Dies ist besonders in Branchen wichtig, die enge Toleranzen und genaue Passungen verlangen, etwa in der Luft- und Raumfahrt und der Präzisionsfertigung.
Vorteile: Eine geeignete Stufenreibahle kann mehrere vorgegebene Durchmesser mit einem Werkzeug fertigbearbeiten. Oberflächengüte und Maßgenauigkeit hängen weiterhin von der vorbereiteten Bohrung, dem Aufmaß jeder Stufe, Werkzeugausrichtung, Steifigkeit und Schnittbedingungen ab.
Stufenbohrer:
Funktion und Zweck: Ein Stufenbohrer ist ein spezielles Bohrwerkzeug, dessen Anwendung von seiner Ausführung abhängt. Ein Blechstufenbohrer erweitert eine Bohrung in ausreichend dünnem Material auf einen gewählten Durchmesser. Ein speziell ausgelegter Produktionsstufenbohrer kann innerhalb seiner freigegebenen Schnittgrenzen ein vorgegebenes Stufenbohrungsprofil bearbeiten oder Bohren mit einer weiteren Bearbeitung kombinieren.
Aufbau und Merkmale: Blechstufenbohrer besitzen meist eine Folge zunehmender Durchmesser; die nutzbare Länge jeder Stufe begrenzt die Materialdicke, die auf diesen Durchmesser gebohrt werden kann. Produktionsstufenbohrer haben dagegen Durchmesser, Stufenlängen und Schneiden, die für eine bestimmte Bohrung ausgelegt sind. Prüfen Sie, ob das Werkzeug für das Bohren ins Volle freigegeben ist oder eine vorbereitete Bohrung benötigt.
Anwendungsgebiete: Mit Blechstufenbohrern lassen sich unterschiedliche Lochgrößen in Blechen und ähnlich dünnen Werkstücken wählen. Produktionsstufenbohrer bearbeiten festgelegte Bohrungsgeometrien in geeigneten Werkstoffen und Maschinen. Wählen Sie nach Werkzeugausführung und zulässiger Dicke oder Tiefe, nicht allein nach der Bezeichnung.
Vorteile: Ein Blechstufenbohrer bietet mehrere wählbare Lochdurchmesser ohne Werkzeugwechsel. Ein speziell ausgelegter Produktionsstufenbohrer kann Arbeitsgänge an einer vorgegebenen Stufenbohrung kombinieren. Diese Vorteile machen die beiden Bauarten nicht austauschbar.
Eine Stufenreibahle bearbeitet hauptsächlich vorbereitete Bohrungsdurchmesser fertig. Ein Blechstufenbohrer erzeugt oder erweitert Löcher innerhalb seiner Dickengrenze auf gewählte Größen, während ein Produktionsstufenbohrer das Profil bearbeitet, für das er ausgelegt wurde. Wählen Sie nach Zeichnung, Werkstoff, Ausgangsbohrung und geforderter Oberflächengüte.
Welchen Bohrerdurchmesser sollte ich vor dem Reiben verwenden?
Beim Einsatz einer Reibahle ist ein geeigneter Vorbohrdurchmesser wichtig, um die Bohrung richtig vorzubereiten und das gewünschte Fertigmaß zu erreichen. Der zusammen mit einer Reibahle verwendete Bohrerdurchmesser wird häufig als Vorbohrmaß bezeichnet. So bestimmen Sie den passenden Vorbohrdurchmesser:
Reibahlenspezifikationen prüfen: Beachten Sie die Angaben des Reibahlenherstellers. Hersteller empfehlen üblicherweise passende Vorbohrmaße für ihre Reibahlen. Diese Empfehlungen richten sich nach dem gewünschten Fertigbohrungsmaß und dem zu bearbeitenden Werkstoff.
Reibaufmaß verstehen: Die vorbereitete Bohrung muss das für die jeweilige Reibahle erforderliche Aufmaß aufweisen. Unterscheiden Sie zwischen diametralem Aufmaß und radialem Aufmaß je Seite und verwechseln Sie keines davon mit der Fertigbohrungstoleranz. Prüfen Sie bei einer Stufenreibahle Aufmaß und Tiefe für jeden Durchmesser.
Vorbohrmaß bestimmen: Verwenden Sie das vom Lieferanten vorgegebene Aufmaß für die konkrete Reibahle, den Durchmesser und den Werkstoff. Ist die Empfehlung ein diametrales Aufmaß, ziehen Sie es vom angestrebten Fertigdurchmesser ab, um das Nennmaß der vorbereiteten Bohrung zu erhalten. Bei radialem Aufmaß je Seite ziehen Sie den doppelten Betrag ab. Messen Sie die tatsächliche Vorbohrung, da der Bohrerdurchmesser allein das Bohrungsmaß nicht garantiert. Verwenden Sie keinen allgemeinen Prozentsatz, wenn werkzeugspezifische Angaben fehlen.
Werkstoffeigenschaften berücksichtigen: Wählen Sie das Aufmaß anhand von Werkstoff, Werkstoffzustand, Reibahlenausführung und Lieferantenangaben. Härteres Material erfordert nicht automatisch mehr Aufmaß. Zu viel Aufmaß kann das Werkzeug überlasten; zu wenig kann wirksames Schneiden oder das Entfernen der vorhandenen Oberfläche verhindern.
Erproben und prüfen: Bestätigen Sie die geplante Vorbereitung und den Reibprozess an repräsentativem Material mit dem vorgesehenen Aufbau. Messen Sie jeden geforderten Durchmesser, jede Stufentiefe und die Oberflächengüte, bevor Sie den Prozess auf Serienteile anwenden.
Eine falsche Vorbereitung kann schlechte Bohrungsqualität, Maßfehler und vorzeitigen Werkzeugverschleiß verursachen. Beschaffen Sie eine Aufmaßempfehlung für das konkrete Werkzeug und den Werkstoff, messen Sie die vorbereitete Bohrung und prüfen Sie das Ergebnis in einem kontrollierten Versuch. Fehlen geeignete Angaben, klären Sie den Prozess mit dem Werkzeuglieferanten, statt sich auf einen allgemeinen Prozentsatz zu verlassen.
Schlagwörter Techniknachrichten
